Stiftung Sanatorium Dr. Barner
ORNAMENT UND MATERIE II – Johann Georg von Langen
Künstlerische Positionen
im Jugendstil-Baudenkmal und Park der Klinik Dr. Barner
2026 jährt sich der 250. Todestag von Johann Georg von Langen (1699 – 1776). Der frühe Forstreformer und Industriepionier brachte die Kartoffel nach Braunlage und gab Anstoß für eine nachhaltige Entwicklung der Forst- und Landwirtschaft im Harz.
Die Stiftung Sanatorium Dr. Barner präsentiert im Rahmen des Von Langen Jahr eine neue Edition von Ornament und Materie.
ORNAMENT UND MATERIE II – Johann Georg von Langen
Künstlerische Positionen im Jugendstil-Baudenkmal und Park der Klinik Dr. Barner von:
Annette Kisling, Christiane Möbus, Lindy Annis, Monserat Peniche, Nina Schuiki, Veronike Hinsberg, Wiebke Maria Wachmann
16. Mai 2026 – 4. Januar 2027
Jeweils Samstag um 14 Uhr, im Rahmen einer Führung.
Der Eintritt ist frei.
Gruppen werden gebeten sich anzumelden.
Johann Georg von Langen (1699 – 1776)
Von Langen war eine Schlüsselfigur für die Geschichte von Braunlage und dem Braunschweiger Land im 18. Jahrhundert. Seine Arbeit verband technische Innovation, ökologische Planung und soziale Verantwortung. Zu seinen Errungenschaften zählen die Einführung der Kartoffel als verlässliches Nahrungsmittel, die Gründung einer planmäßigen Waldwirtschaft im Harz und im Solling, in Norwegen und in Dänemark. Außerdem gründete er Fabriken für Glas, Eisen und Papier sowie die Fürstenberg Porzellanmanufaktur.
Das „von Langen Jahr“ in Braunlage
2026 werden neben Ornament und Materie II mehrere Aktionen inklusive einer historischen Ausstellung “Johann Georg von Langen – Die Entdeckung der Nachhaltigkeit” im Museum Braunlage stattfinden. Das „von Langen Jahr“ in Braunlage steht unter der Schirmherrschaft des Niedersächsischen Ministers für Umwelt, Energie und Klimaschutz, Herrn Christian Meyer.
HIER weitere Informationen des Heimat- und FIS-Skimuseum Braunlage (Website)
HIER der Ausstellungs-Flyer des Heimat- und FIS-Ski-Museum Braunlage (PDF, 1.2MB)
Sieben Künstlerinnen entwerfen neue Arbeiten für die Ausstellung
Die Kuratorin Lindy Annis hat sieben Künstlerinnen ausgewählt (Bio’s siehe unten), sich mit von Langens Konzepten und Materialien auseinanderzusetzen. Nach einem Aufenthalt in der Klinik Dr. Barner entwickelten sie Kunstwerke eigens für die Ausstellung in den Räumlichkeiten des Jugendstil-Baudenkmals.
Fragen zur ökologischen Krise und sozialen Verantwortung
Die Ausstellung untersucht zentrale Fragen: Wie lässt sich die Vergänglichkeit natürlicher Ressourcen in ästhetische Formen übersetzen? Welche Rolle spielen Dauer und Transformation in einer Zeit ökologischer Krisen? Wie können historische Materialien wie Holz, Porzellan, Glas oder Papier im heutigen Kunstkontext neu gelesen werden?
Ornament und Materie: zeitgenössische Kunst im historischen Raum
2023 ist die Ausstellung „Ornament und Materie“ als kreative Intervention aktueller Kunst in dem Jugendstil-Gebäude der psychosomatischen Klinik Dr. Barner begonnen. In dieser haben Künstlerinnen Werke zu dem Thema Jugendstil-Raumkunst realisiert. Beteiligt waren Veronika Kellndorfer, Heike Baranowsky, Eva-Maria Schön, Inken Reinert, Barbara Steppe und Lindy Annis.
Die Künstlerinnen
Annette Kisling
Annette Kisling lebt in Berlin und Leipzig. Sie studierte an den Kunsthochschulen in Kassel, Offenbach und Hamburg. Es folgten längere Arbeitsaufenthalte in Zürich, Rotterdam, Paris, Marfa, Venedig, London, Bangalore, Ahmedabad. Seit 2009 ist sie Professorin für Fotografie an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig.
Annette Kisling untersucht mit ihrem fotografischen Blick, wie sich gestaltete Räume, soziale Ordnungen und Architekturen fortschreiben und Orte prägen.
Für die Ausstellung „Ornament und Materie II“ betrachtet sie in Fürstenberg und Braunlage das umfängliche Schaffen von Johann Georg von Langen, die Anfänge der Porzellanmanufaktur und die der nachhaltigen Waldwirtschaft. Es entsteht eine umfangreiche und fragmentierte Reihe von Fotografien, die eine Verbindung zwischen den vergangenen Ereignissen und dessen herstellt, was sich heute noch erfassen, erahnen oder assoziieren lässt.
Christiane Möbus
Christiane Möbus lebt in Hannover, Berlin und unterwegs. Als Professorin für Bildhauerei lehrte sie von 1990 bis 2014 an der Universität der Künste (UdK) Berlin.2010 wurde sie mit dem Gabriele-Münter-Preis und 2018 mit dem Hannah-Höch-Preis ausgezeichnet. Zu ihrem 75. Geburtstag im Jahr 2022 fand eine Doppelschau mit ihren Arbeiten seit den frühen 1970er-Jahren im Sprengel Museum Hannover und im Kunstverein Hannover mit dem Titel “seitwärts über den Nordpol” statt.
Seit den 1970er Jahren entwickelt sie ein künstlerisches Gesamtwerk, das neben raumgreifenden Objektskulpturen und Wandobjekten auch Fotografie, Performancesund Filme sowie performative Handlungsanweisungen umfasst.
In der Ausstellung „Ornament und Materie II“ reagiert Christiane Möbus mit einer Skulptur (von 2010) auf die mit der deutschen Teilung verbundene geografische Lage der Klinik Dr. Barner. Diese Arbeit im Innenraum steht auch in Verbindung mit der für den Außenraum konzipierten installativen Bildarbeit, in der eine Kartographie Johann Georg von Langens vom Braunlager Forst grundlegend ist und mit der Gegenwart in Beziehung gesetzt wird.
Lindy Annis
Lindy Annis ist in Boston geboren und lebt seit 1985 in Berlin. Sie schloss ihr Studium an der New York University im Bereich Experimental Theater ab. Seit den 80er Jahren hat Lindy Annis über 50 Performances erarbeitet und aufgeführt. In 2000 begann ihr Langzeit-Projekt „The Body Archive“ – eine medienübergreifende Studie der Ikonologie der emotionalen Körpergeste. Seit 2017 arbeitet sie in den Medien Papier und Porzellan. 2019 gewann sie für „Simple Souls“ den 1. Preis des FBZ-Kunstpreis, Bochum.
Lindy Annis produziert Papier- und Porzellanobjekte, die aus ihrem jahrelangen Interesse an Körpergesten entstehen; ihre skulpturalen Arbeiten verknüpfen Materialität und Emotionalität und reflektieren, wie sich Spuren des Körpers in fragilen Stoffen einschreiben.
Für Ornament und Materie II erarbeitet sie eine Serie von Kartoffeln aus Porzellan, die den Spuren von Johann Georg von Langen in Braunlage und in Fürstenberg zeichnet. Dieses Projekt entsteht mit der Unterstützung der Porzellanmanufaktur Fürstenberg.
Monserat Peniche
Monserat Peniche lebt und arbeitet in Berlin. Ihre künstlerische Praxis bewegt sich ander Schnittstelle von Installation, Landwirtschaft und kollektiven Prozessen.
Ausgehend von ihrer Arbeit im Bereich der transkulturellen Pflege entwickelte sie mit „Tlayolan, Maiskultur in Berlin“ ein Gemeinschaftsgartenprojekt, das sich mit Fragen vonVerbindung, Zugehörigkeit und Integration auseinandersetzt. Im Zentrum steht dabei die Milpa als lebendiges System, das Beziehungen zwischen Menschen, Pflanzen und Umgebung sichtbar macht. Seit 2012 wird Tlayolan als Gastprojekt an verschiedenenOrten realisiert – vom Botanischen Volkspark Blankenfelde-Pankow bis hin zum Dach der mexikanischen Botschaft in Berlin. Für dieses Projekt wurde sie 2020 mit der Ohtli-Anerkennung des mexikanischen Außenministeriums ausgezeichnet.
Für „Ornament und Materie II“ realisiert sie eine ortsspezifische Installation, in der sie die Milpa aus Puebla mit der Geschichte der Einführung der Kartoffel in Braunlage in Beziehung setzt.
Nina Schuiki
Nina Schuiki, geboren in Graz, lebt in Berlin. Ihre künstlerische Praxis umfasst Arbeiten in den Medien Installation, Skulptur und Fotografie. Zuletzt war sie in Ausstellungen im Kunsthaus Graz, in der Neuen Galerie Graz sowie in der Neuen Nationalgalerie Berlin beteiligt. Schuiki absolvierte zahlreiche Arbeitsaufenthalte, darunter 2024 bei WIELS in Brüssel und realisiert Arbeiten im öffentlichen Raum, zuletzt 2024 mit dem Museum der bildenden Künste Leipzig.
Vergänglichkeit und Dauer sind jene konträren Bedingtheiten menschlicher Wahrnehmung, die sie in ihrer künstlerischen Auseinandersetzung immer wieder aufnimmt und in minimalistisch anmutende, poetische Arbeiten übersetzt. In ihren jüngsten Werken beschäftigt sie sich zunehmend mit Phänomenen der natürlichen Umwelt sowie der Sichtbarmachung ihrer gesellschaftlichen und ästhetischenZusammenhänge.
Für die Ausstellung in Braunlage greift Nina Schuiki die historische Technik der Waldglas-Produktion auf und konserviert den scheinbaren Verlust der Landschaft in Skulpturen. Diese treten in einen Dialog mit einer wachsenden Installation aus Pionier-und Heilpflanzen, die Schuiki im Garten des Sanatoriums anlegt. Auf diese Weise macht sie Transformation als einen regenerierenden Prozess erfahrbar, aus dem Neues hervorgeht.
Veronike Hinsberg
Veronike Hinsberg absolvierte eine Ausbildung zur Damenschneiderin sowie ein Studium der Freien Kunst/Bildhauerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Seit 2012 arbeitet sie überwiegend installativ und ortsbezogen. Sie realisierte zahlreiche Kunst-am-Bau-Projekte, unter anderem an Schulen und Universitäten in Berlin, München und Ingolstadt.
In ihrer künstlerischen Arbeit setzt sich Veronike Hinsberg mit zwei- und dreidimensionalen Räumen auseinander. Konkrete Orte untersucht sie fotografisch und zeichnerisch; Formen für ihre Installationen und plastischen Arbeiten entwickelt sie in Modellreihen direkt aus dem Material heraus.
Ausgehend von dem von Johann Georg von Langen gegründeten Porzellanstandort Fürstenberg an der Weser untersucht Veronike Hinsberg für „Ornament und Materie II“ dessen Fähigkeit, Orte, Menschen und soziale Zusammenhänge zu verknüpfen. Dabei knüpft sie auch an von Langens Umgang mit Materialien an, insbesondere an die Nutzung von (Rest-)Materialien, und führt diese Perspektive in ihrer eigenen Arbeit weiter.
Wiebke Maria Wachmann
Wiebke Maria Wachmann hat Freie Kunst an der Universität der Künste, Berlin studiert. Für ihre Lichtrauminstallationen, inszenierte Fotografien und Objektskulpturen erhielt sie zahlreiche Stipendien, u.a.: DAAD Stipendium nach New York, NaFög-Forschungsstipendium nach Japan, Artist-in-residence Stipendium Schloß Werdenberg, Schweiz, Arbeitsstipendium des Kunstfonds Bonn, Projektstipendien der Isolde-Augustin-Stiftung und der Alexander-Tutsek Stiftung und diverse mehr. Zahlreiche Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland.
In der Ausstellung in Braunlage zeigt Wiebke Maria Wachmann Objektskulpturenaus ihrem Zyklus DIALOGUE WITH NATURE. In einem dialogischen Arbeitsprozess werden der Natur entlehnte Formen aus unterschiedlichen fragilen Materialien – gegossenes und geblasenes Glas, Wachs und Mineralien – zu szenischen Konstellationen zusammengefügt und in assoziative Zusammenhänge gesetzt. Desweiteren zeigt sie Fotografien aus Ihrer Serie FUCHSEN. FUCHSEN sind minimale Inszenierungen eines Fuchsreviers auf einer Baustelle mitten in Berlin, in denen die dort lebenden befreundeten Füchse unvorhersehbar und geplant zugleich „auftreten“.
Die Ausstellung Ornament und Materie II wird gefördert durch:







